Fotoausstellung
US-Armee, Wehrmacht und Rote Armee an Elbe und Mulde




Im Gebiet zwischen Mulde und Elbe stand im April 1945 das XXXXVIII. Panzerkorps der 12. Armee der Wehrmacht. Der Kommandeur des Korps, General Reichsfreiherr von Edelsheim, erhielt vom Oberbefehlshaber der 12. Armee, General Walther Wenck, am 20.4.1945 den Befehl, das gesamte Korps abzuziehen, um auf der Ostseite der Elbe, Übergang Coswig, die Südflanke der Armee Wenck zu decken.
Ab 24. April 1945 begannen die Amerikaner in der nun „wehrmachtsfreien Zone“ mit Aufklärungspatrouillen zu operieren, um den Kontakt zu den Sowjets herzustellen.

Die Fotos zeigen (u.a.) Mitglieder der Kotzebue-Patrouille am 24./25. April 1945 in einem Bauerngrundstück in Kühren, 6 km Ostseite der Mulde. Vereinzelt und in Gruppen ziehen bereits Wehrmachtssoldaten westwärts, um in amerikanische Gefangenschaft zu gehen. Soldaten der amerikanischen Craig-Patrouille, waren am 25.4.1945 in Wermsdorf und geben die Anweisung, die Häuser weiß zu beflaggen. Flüchtlinge und ehemalige alliierte Kriegsgefangene beeilen sich, in die amerikanisch besetzte Zone, auf die Westseite der Mulde zu gelangen. Proviantmagazine werden durch Umherziehende spontan geöffnet, ohne Erlaubnis; hier eines in Torgau/Elbe, die Bevölkerung deckt sich ebenfalls mit Waren ein.
Der Hof einer Papierfabrik in Trebsen an der Mulde (Westseite); Landser legen die Gewehre ab, der Krieg ist für sie vorbei.
General Walther Wenck war nicht bereit, seine Armee bei Kämpfen in Berlin zu verheizen. Vielmehr entschieden er und sein Generalstabschef Oberst Günther Reichhelm, Soldaten der 12. Armee sowie Wehrmachtsangehörige aus dem Kessel Halbe und aus der eingeschlossenen Stadt Potsdam, Richtung Elbe zu den Amerikanern zu führen. Dicht gedrängt stehen sie am Ostufer der Elbe. General von Edelsheim, hier in einem Jeep sitzend, verhandelte in Stendal erfolgreich mit den Amerikanern: Wehrmacht durfte an drei Stellen die Elbe Richtung Westen überqueren; Tausende von Zivilisten schlossen sich an.





Als die amerikanische Kotzebue Patrouille am 25.4.1945, 11:30 Uhr, auf einem Bauernhof in Leckwitz, 4 km vor der Elbe, den ersten Rotarmisten zu Gesicht bekam, gab es kein Halten mehr. Weiter Richtung Osten steht die Patrouille plötzlich in Strehla an der Elbe, auf der anderen Seite das Dorf Lorenzkirch. Die sowjetischen Soldaten sind bereits zu sehen. Die erste Begegnung zwischen Amerikanern und Sowjets fand am 25.4.1945, inmitten toter deutscher Zivilisten statt; allerdings dauerte der Handschlag nur ein paar Minuten.

Der Politkommissar, Oberst Karpowitsch, schickt die Amerikaner wieder zurück auf die Westseite der Elbe. Begegnungsfotos inmitten toter deutscher Frauen und Kinder können dem Genossen Stalin im Kreml nicht präsentiert werden. Drei Kilometer elbabwärts wird mittels Handfähre erneut übergesetzt und die Begegnung wiederholt; auf dem Bild Soldaten der Craig-Patrouille, die ebenfalls am 25.04.1945, nunmehr 17:00 Uhr, nach Kreinitz zu Kotzebue und seinen Leuten sowie den Sowjets übersetzten.
Polowsky, Brummel, Jonson, Tompson, Calasciona, van d´Rye, alle Mitglieder der Kotzebue- und Craig-Patrouille, mit ehemaligen amerikanischen Kriegsgefangenen aus dem Lager Mühlberg und einer russischen Köchin; es ist der späte Nachmittag des 25. April 1945. Die Mulde-Brücke der Papierfabrik in Trebsen wird wesentlich; für die Amerikaner ist sie der Flussübergang und das Tor Richtung Osten, hin zu den Treffen mit den Sowjets.

Die Fabrikantenvilla von Johannes Wiede war zum CP (Befehlsstand) des 273. Infanterieregiments der US Army, Kommandeur Oberst Adams, umfunktioniert worden.

Die Straßenbrücke von Torgau an der Elbe wurde in der Nacht vom 24. zum 25. April 1945 durch Pioniere der Wehrmacht gesprengt, im Hintergrund Schloss Hartenfels. Am 25.4.1945, 15:30 Uhr traf die amerikanische Robertson-Patrouille auf sowjetische Kämpfer. Auf der Ostseite wurde kurz verhandelt und vier Sowjets, Major Larionow, Hauptmann Neda, Leutnant Silwaschko und der Sergeant Andrejew fuhren mit zur Mulde in die amerikanischen Befehlsstände, nach Wurzen, Trebsen, Naunhof. Eines der Fotos zeigt Silwaschko, Larionow, Neda, Leutnant Robertson, Oberst Adams in Räumen der Villa des Papierfabrikanten Wiede in Trebsen.






Die erste Begegnung der Generäle Reinhardt und Russakow wurde für den 26.4.1945, 16:00 Uhr, vereinbart.
Da war noch viel Zeit für die unteren Chargen, wie die Fotos zeigen, schon am Vormittag beginnend, eine Begegnung der „kleinen Leute“ vorzunehmen: Lola, die georgische Dolmetscherin mit GIs; Robertson und dessen handgefertigte Flagge, mit welcher er den Russen am Tage zuvor signalisierte: Hier sind Amerikaner! Man gibt sich ungezwungen. Generalsbegegnung: Reinhardt tritt Russakow.

General Russakow mit führenden Offizieren der 58. Gardeschützendivision, die der 1. Ukrainischen Front (Marschall Konjew) zugehören: Neda, Bolatow, Goloborodko, Bitarow, Gordejew, Russakow, Grebennijkow. Für die Treffen noch höherer Generäle im sowjetisch-besetzten Gebiet auf der Ostseite der Elbe wird ab dem 30. April 1945 eine Pontonbrücke über die Elbe bei Torgau angelegt. Folgende Treffen sind zu vermelden: General Huebner (V. Korps) und General Baklanow (34. Gardeschützenkorps) am 27.4.1945 in Werdau. General Hodges (1. US-Armee) und General Shadow (5. Gardearmee) am 30. April 1945 in Graditz. Armeegeneral Bradley (12. Armeegruppe) und Marschall Konjew (1. Ukrainische Front) am 5. Mai 1945 und am 17. Mai 1945 der Gegenbesuch der Sowjets in Kassel.
Der Armeegeneral und der Marschall tauschen Geschenke: ein Reitpferd für den 4-Sterne General und einen Jeep für den Sowjet-Marschal.







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