Torgau.
Die Internationale sächsische Sängerakademie, eine kluge Idee, die bereits mehrfach ihre Praktikabilität bewiesen hat, könnte vielleicht zu einem Lehrbeispiel international beachteter, nachzuahmender Musik-Pädagogik und Gesang-Methodik aufsteigen. Ob und wie so etwas nach außen unübersehbar vollzogen werden könnte, müssten die damit Befassten bewerten und entscheiden.
Was ist mit (dem Torgauer) Samuel Hahnemann und seiner Homöopathie-Heilkunde?
Leider ein recht trauriges Kapitel. Warum kann sich keiner aus Torgau oder woher auch immer, für dieses vielversprechende Torgau-Thema erwärmen? Natürlich nicht ein Irgendwer, vielmehr müsste es eine im Thema aufgehende und für herzustellende internationale Kontakte befähigte Person sein. Mit Hahnemann kann auch von Torgau aus weltweit Aufmerksamkeit erworben werden!
Chance Landesgartenschau
Gerade lese ich von einem neuen Hahnemann-Kurator. Ihm viel Glück!
Mir fällt noch etwas ganz anderes ein, nämlich die Landesgartenschau (LAGA). Nach einem durch Bettina Klein (Stadtverwaltung) 2018 eingeladenen Basisgespräch mit Vorstandsmitgliedern unseres Fördervereins Europa Begegnungen e. V. hat sich dieser dazu bekannt, sein umfangreiches Fachwissen zur Festung Torgau in die Vorbereitungsphase der LAGA mit einzubringen. Unser Verein hat im Anschluss an das besagte Basisgespräch die internationale Arbeitsgruppe „Festung und Garten“ ins Leben gerufen. Das Thema ist wichtig, auch um neben der „praktischen“ Seite die LAGA
zugleich theoretisch-inhaltlich positioniert zu sehen.
Zur LAGA selbst: Es gibt wenige Städte, die eine Festung hatten und zugleich noch heute das zu Festungen gehörige Glacis besitzen. Torgau hat derartige Festungselemente, die einmal noch „grüner“ gestaltet werden sollen. Und, die andermal, um ein Gleichgewicht zu erzielen, die Inwertsetzung von Teilen der Festung Torgau in den Blick nehmen müssen. Die Torgau-Struktur „Festung und Garten“ wäre alleinstellend und, wenn diese Kombination gesucht, geplant und umgesetzt werden würde, könnte sie im Überregionalen Interesse finden.
Und, wir legen nach.
Der Förderverein Europa Begegnungen e. V. hat eine mehrbändige, inhaltlich beachtenswerte Festungsliteratur über Torgau geschrieben. Eigenständige, theoretische Grundlagen, wären somit in der Stadt vorhanden und nutzbar.
Souverän auftreten
Im Verein hoffen wir, dass die mit dem Projekt „LAGA“ Befassten schon überlegen, wie diese selbst und das sich anhäufende dazugehörige „LAGA-Wissen“ Torgau zu einem wahrnehmbaren, internationalen Partner in Sachen „Festung und Garten“ werden lassen.
Da das Wort „eigenständig“ fiel, seien jetzt einige Anmerkungen über eine „Torgauer Eigenständigkeit“ hinzugefügt:
Das, was über Torgau auf internationaler Ebene zählt, ist das durch uns hier vor Ort in einer relativen Eigenständigkeit Konzipierte und Organisierte. Dabei sind, dem jeweiligen Thema gemäß, Fachkenner ersten Ranges freilich mit einzubinden. Ohne diese Personen von Außen würden wir gar keine weltweit beachtbaren Ergebnisse erzielen können.
Aber wir müssen dabei souverän auftreten, ein gesundes Selbstvertrauen an den Tag legen. Wir dürfen eben nicht zu oft für andere, von außen Kommende, nur die „Kellner“ sein. Solche „Einkehrenden“, die meinen bei uns als „Köche“ aufzutreten, rechnen die Resultate vornehmlich bei sich selbst, in ihren Orten und Institutionen ab. Dabei hat Torgau, außer mit dabei oder ein guter Gastgeber gewesen zu sein, gar nicht das Optimale erreicht.
Das „Mahl“, das hier in Torgau zubereitet wird, ist unserer Fasson gemäß zu kreieren. Ja, nochmals, natürlich mit Fachkennern von außen wird Brauchbares, mit dem Etikett „Made in Torgau“ versehen, entstehen.
Torgauer Ruderer
„Torgauer Eigenständigkeit“, auf die wir unbedingt zu achten haben, muss auf allen Ebenen, bei großen und kleinen Gelegenheiten, erkennbar und abzufordern sein. Wenn ich hier sage, auf allen Ebenen, will ich folgend ein Beispiel nennen, das für manchen vielleicht weniger bedeutsam ist. Es erzählt aber, was gemeint ist. Geplant war für den diesjährigen besonderen 75 Jahre-Elbe Tag, dass eine Gruppe russischer und amerikanischer Patrioten die Generalsbegegnung ihrer beiden damaligen Armeen (Rote Armee und US-Army) nachzustellen gedachten. Die erste Torgau-Generalsbegegnung vom 26. April 1945 wurde ja bekanntlich mittels Sportbooten des damaligen Torgauer Rudervereins vollzogen. Russen und Amerikaner wollten, wie gesagt, das heute in ihren historischen Uniformen nochmals nachvollziehen. Die heutigen Torgauer Sportler sollten dafür die Ruderboote aus dem Bootshaus für die Elbeüberquerung bereitstellen.
Regiebuch
Wir, der Förderverein Europa Begegnungen e. V., hatte gemäß einer Anfrage durch die russischen und amerikanischen Nachsteller, die genaue Historie aufzuschreiben und das Szenario regiemäßig zu begleiten. Aber: wir, der Torgauer Ruderverein e.V. und der Förderverein Europa Begegnungen e. V., meinten, dass die Torgauer Seite eigentlich deutlich wahrnehmbarer aufzutreten hätten.
Eben, eine „Torgauer Eigenständigkeit“ beachtend. Wie aber sollte eine solche erkennbar sein?
Eine zumindest partielle Torgauer Eigenständigkeit sollte deutscherseits dadurch erreicht werden, indem der heutige Torgauer Ruderverein, noch vor der eigentlichen soldatischen Nachstellaktion, die Tradition des Ruderns in Torgau (seit 1909) und die Bedeutung des Rudervereins für den sozial-geselligen Zusammenhalt der damaligen und der heutigen Torgauer Bürgerschaft mit wenigen Worten vorgetragen hätte.
Historische Boote von 1945, soweit noch vorhanden, sollten während des „Spektakels“ gezeigt und eventuell eingesetzt werden. An einem Gedenkstein im Gelände des Rudervereins wollten unsere Torgauer Sportler nach 75 Jahren Elbe-Begegnung ihrer im Krieg gefallenen Ruderkameraden ein ehrendes Gedenken bereiten.
Auf dem Stein dort steht: Unseren gefallenen und verstorbenen Ruderkameraden zum ehrenden Gedenken.
Kernstück
Die bei dem Nachstellen der Begegnung mit den Torgauer Ruderbooten beteiligten Russen, Amerikaner und wahrscheinlich auch Ukrainer hätten auch, falls das deren freier Wille gewesen wäre, am Gedenken der Torgauer verstorbenen und gefallenen Sportkameraden teilnehmen können.
Ein sicher nur kleines Ereignis am Rande des geplanten Programmpunktes „Historisches Nachstellen“. Aber, eben das meinen wir mit „Torgauer Eigenständigkeit“, welche uns bei anderen, komplexeren Gelegenheiten freilich viel ausgearbeiteter und bedeutsamer entgegentreten würde.
Es ist wohl so, dass die Elbe-Begegnung der Sowjets und Amerikaner momentan weiter das Kernstück Torgauer internationaler Geschichtswahrnehmung zu sein scheint. Nur dürfen wir diese wichtige Tatsache nicht verblassen lassen! Der Elbe-Tag, welcher unterdessen auch ein Tag der Versöhnung geworden ist, muss durch die Torgauer Bürgerschaft durch Einbringen neuartiger Ideen am Leben erhalten bleiben.
Wie oben, über die Person Abraham Milezkij ja bereits mitgeteilt, war es die Elbe-Begegnung, welche Jerusalem auf Torgau zuschreiten ließ. Der Jerusalem-Handschlag mit Torgau bedeutet Versöhnung und bietet unserer Stadt durchaus einige perspektivische Möglichkeiten. Ein Torgau-Jerusalem-Handschlag, 2000 durch die Israelis anempfohlen, könnte reaktiviert werden. Wenn wir es wollen. Wir fragten eingangs, ob Torgau heute in der Lage wäre, sich mit solchen Städten wie Jerusalem, St. Petersburg, Chicago ins Benehmen zu setzen.
Ja, partiell scheint das mit ausgewählten Torgau-Themen und interessiert-qualifizierten Personen der Stadt aus Wirtschaft und Kultur durchaus möglich zu sein.
Über eine reale Machbarkeit wollen eine Handvoll dafür Interessierte, das sind geeignete Leute aus der Unternehmerschaft, Bereich (A) und der Kultur, Bereich (B) sowie den Ämtern, ins Gespräch kommen.
Zielstellung: Ein noch besseres Torgau wagen!